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Deutsche Autobauer geraten in China immer weiter ins Hintertreffen, Verkäufe brechen um bis zu 41 Prozent ein

tech2026-08-19 · 3 min read · 169 reads

Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und Porsche haben im zweiten Quartal 2026 dramatische Absatzeinbrüche in China verzeichnet, mit Rückgängen zwischen 30 und 41 Prozent. Der einst wichtigste Markt der deutschen Autoindustrie wird zunehmend von heimischen Elektroauto-Herstellern wie BYD erobert.

Die Sorgen der deutschen Autoindustrie auf ihrem wichtigsten Auslandsmarkt werden immer größer. Im zweiten Quartal 2026, also von April bis Juni, brachen die Verkäufe von Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und Porsche in China dramatisch ein. Alle vier Hersteller verzeichneten Rückgänge zwischen 30 und 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Besonders hart traf es den Volkswagen-Konzern. Die Auslieferungen in China fielen im Quartal um 36,6 Prozent auf 424.300 Fahrzeuge. Dieser Einbruch zog den weltweiten Absatz des Konzerns um 8,6 Prozent nach unten, und das obwohl die Verkäufe in Europa und in Nord- und Südamerika sogar zulegten. Im gesamten ersten Halbjahr lag das Minus bei allen vier Marken bei mehr als 20 Prozent.

Die Ursachen sind vielschichtig. Chinas anhaltende Krise am Immobilienmarkt und die allgemeine wirtschaftliche Abkühlung haben die Kauflaune der Verbraucher spürbar gedämpft, viele scheuen derzeit größere Anschaffungen. Hinzu kommt ein seit Jahren tobender Preiskampf, der die Margen der Hersteller unter enormen Druck setzt.

Chinesische Marken übernehmen

Der Absatzeinbruch trifft die deutschen Hersteller vor allem dort, wo chinesische Marken am stärksten sind, bei Elektroautos. (Symbolbild)
Der Absatzeinbruch trifft die deutschen Hersteller vor allem dort, wo chinesische Marken am stärksten sind, bei Elektroautos. (Symbolbild)

Der entscheidende Grund für den Absturz liegt jedoch tiefer. Immer mehr chinesische Autokäufer entscheiden sich für günstigere einheimische Marken wie BYD. Diese Anbieter punkten mit häufigen Modellwechseln und einer starken Kompetenz bei Elektroautos und Software, Bereiche, in denen die traditionsreichen deutschen Konzerne zuletzt den Anschluss zu verlieren drohten.

Der Einbruch konzentriert sich damit genau dort, wo die chinesischen Rivalen am stärksten sind, nämlich bei Elektro- und softwaredefinierten Fahrzeugen. Selbst neue Elektromodelle aus dem Premiumsegment tun sich schwer, die chinesische Kundschaft zurückzugewinnen, wie jüngste Berichte über den schleppenden Absatz einer elektrischen Mercedes-Limousine im August zeigten.

Die betroffenen Konzerne räumen die schwierige Lage offen ein. Mercedes-Benz sprach von einem deutlich schwächeren Gesamtmarkt und einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld. Porsche bezeichnete die Bedingungen in China schlicht als anspruchsvoll, ein diplomatisch formulierter Hinweis auf einen Markt, der sich rasant gegen die deutschen Hersteller dreht.

Was Analysten sagen

Auch Branchenexperten zeichnen ein ernüchterndes Bild. Der Analyst Lei Xing erklärte, die deutschen Autobauer trügen die Hauptlast der aktuellen Entwicklung, und die Rückgänge zählten zu den steilsten, die man je für sie in China gesehen habe. Es handelt sich also nicht um eine vorübergehende Delle, sondern um eine strukturelle Verschiebung.

Stephen Dyer von der Beratung AlixPartners warnte, ausländische Autobauer müssten künftig um jeden einzelnen Marktanteil kämpfen. Seine Firma rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Rückgang der Fahrzeugverkäufe in China um rund 10 Prozent, was den Druck auf alle etablierten Anbieter weiter erhöhen dürfte.

Die deutschen Konzerne reagieren bereits mit drastischen Schritten. Volkswagen kündigte an, seine Modellpalette um bis zu 50 Prozent zu verschlanken. Ein solch tiefer Einschnitt zeigt, wie grundlegend der Konzern seine Strategie überdenken muss, um in einem veränderten Marktumfeld überhaupt noch mithalten zu können.

Warum das für Deutschland zählt

Für die deutsche Wirtschaft steht viel auf dem Spiel. China war über Jahre die Gewinnmaschine der deutschen Premiumhersteller, und die dort erzielten Erträge finanzierten mit Forschung, Arbeitsplätze und den teuren Umstieg auf die Elektromobilität. Bricht dieser Markt weg, gerät die gesamte Rechnung ins Wanken.

Erschwerend kommt hinzu, dass die chinesischen Hersteller nicht in China stehen bleiben. Marken wie BYD drängen mit Macht nach Europa und greifen die deutschen Autobauer damit auch auf deren Heimatmarkt an. Der Wettbewerb verlagert sich also von einem fernen Absatzmarkt direkt vor die eigene Haustür.

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die deutsche Autoindustrie die Trendwende schafft. Nötig sind vor allem konkurrenzfähige Elektroautos und überzeugende Software. Andernfalls droht das, was lange undenkbar schien, das Ende der goldenen China-Ära für die deutschen Premiummarken und ein schmerzhafter Umbau der gesamten Branche.

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