Jonas WeberVIEW PROFILE →
Der KI-PC-Hype ist geplatzt: Was Copilot Plus 2026 wirklich fuer dich bedeutet
Der grosse KI-PC hat sich 2026 als Ladenhueter erwiesen, doch das ist keine schlechte Nachricht. Ich erklaere verstaendlich, warum Copilot Plus floppte, was das Ende von Windows 10 damit zu tun hat und ob du wirklich einen teuren KI-Laptop brauchst.
Ich berichte ueber Technologie und kuenstliche Intelligenz so verstaendlich wie moeglich, und heute geht es um einen dieser grossen Trends, der lautstark angekuendigt wurde und dann ganz anders verlief als gedacht, naemlich um den sogenannten KI-PC, der 2026 vor allem eine ernuechternde Lektion ueber Marketing und echte Beduerfnisse liefert.
Noch vor kurzem galt der KI-PC als das naechste grosse Ding, ein Computer mit spezieller Recheneinheit fuer kuenstliche Intelligenz, doch die Realitaet sieht anders aus, denn die Verkaufszahlen der als Copilot Plus vermarkteten Geraete sind im vergangenen Jahr praktisch auf der Stelle getreten und blieben deutlich hinter den Erwartungen zurueck.
Warum der Hype verpuffte

Besonders ehrlich war dabei der Hersteller Dell, der auf der Technikmesse CES 2026 einraeumte, dass der breite Versuch, Verbraucherinnen und Verbrauchern KI-PCs zu verkaufen, weitgehend verpufft sei, und offen zugab, dass die Menschen ihren Computer schlicht nicht wegen irgendwelcher KI-Funktionen auswaehlen.
Die Gruende dafuer sind aufschlussreich, denn zum einen fehlte schlicht die eine ueberzeugende Killer-Anwendung, fuer die man einen Aufpreis zahlen wollte, und zum anderen wirkten die ersten Chips schon bei ihrem Start im Jahr 2024 unterdimensioniert, weil Microsoft rund 40 TOPS empfahl, die verfuegbaren Einheiten aber nur etwa 11 TOPS lieferten.
So entstand die paradoxe Situation, dass viele Kaeufer das Gefuehl hatten, die teuer beworbene Hardware sei schon im Moment des Kaufs wieder veraltet, was das Vertrauen in das ganze Konzept nachhaltig beschaedigte und den anfaenglichen Marketing-Schwung ziemlich schnell verpuffen liess.
Microsoft dreht die Strategie
Interessanterweise hat Microsoft aus diesem Fehlstart gelernt und die Strategie sichtbar gedreht, denn statt teure Copilot Plus Geraete in den Vordergrund zu stellen, lautet das neue Ziel, moeglichst jeden Windows 11 Computer zu einem KI-PC zu machen und die kuenstliche Intelligenz breiter verfuegbar zu machen.
Konkret bedeutet das, dass viele neue Funktionen wie die Sprachsteuerung Hey Copilot oder die Bildschirmanalyse Copilot Vision aus der Cloud kommen und gar keine besonders leistungsstarke Recheneinheit im Geraet mehr voraussetzen, wodurch der einstige Zwang zur teuren Spezial-Hardware deutlich abgeschwaecht wird.
Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 ging Microsoft sogar noch weiter und kuendigte an, lokale KI-Funktionen nicht mehr nur auf Geraete mit spezieller NPU zu beschraenken, sodass seit Juni 2026 einige dieser Funktionen auch auf Computern mit einer NVIDIA Grafikkarte der Reihe RTX 30 oder neuer laufen.
Was das fuer dich bedeutet
Fuer uns im Alltag ist die gute Nachricht, dass sich die Aufpreis-Frage 2026 zunehmend von selbst erledigt, denn die entsprechenden Recheneinheiten werden in mittleren und hochwertigen Laptops ganz allmaehlich zur Standardausstattung, oft ohne dass man einen gesonderten KI-Zuschlag bezahlen muss.
Wichtig ist dieser Wandel auch deshalb, weil viele Menschen ohnehin vor einem Neukauf stehen, denn der offizielle Support fuer die meisten Windows 10 Versionen endete bereits am 14. Oktober 2025, und ein kostenpflichtiges Ueberbrueckungsprogramm liefert nur noch bis zum 13. Oktober 2026 kritische Sicherheitsupdates.
Mein Rat ist daher gelassen, lass dich beim naechsten Kauf nicht von einem KI-Aufkleber blenden, sondern achte wie immer auf Prozessor, Arbeitsspeicher und Verarbeitung, denn die KI-Faehigkeiten bekommst du inzwischen meist automatisch dazu, und genau das ist am Ende die vielleicht wichtigste Lehre aus dem geplatzten Hype.






